Wenn eine Rückenmarksverletzung den Berufsweg verändert
Eine Rückenmarksverletzung kann die aktuelle berufliche Situation stark herausfordern. Erfahre, wie Kris Aves seine neue Lebenslage angenommen, neue Stärke gefunden und mit Begeisterung zu seinem Lieblingshobby zurückgekehrt ist.
Wie Kris' Resilienz und Entschlossenheit einen beruflichen Neustart möglich machten.
Dieser Artikel basiert auf Interviews, die Sue Lennon geführt hat. Sue ist Krankenschwester, Therapeutin, Dozentin und Coach mit fast drei Jahrzehnten Erfahrung in der onkologischen Pflege – einschließlich Urologie und Stomaversorgung. Sie legt großen Wert auf die Kommunikation zwischen Pflegepersonal und Betroffenen und bemüht sich um eine wirklich ganzheitliche Pflege.
Eine Rückenmarksverletzung (oder Querschnittlähmung) kann Veränderungen im Berufsleben mit sich bringen. Je nach Tätigkeit sind Anpassungen nötig, um den bisherigen Karriereweg weiterzugehen. Manchmal eröffnet eine solche Verletzung aber auch die Chance, neue Richtungen einzuschlagen und einen erfüllenden, sinnstiftenden Weg zu finden.
Für Kris Aves aus dem Vereinigten Königreich brachte seine Rückenmarksverletzung tiefgreifende Veränderungen im Leben und im Beruf. 2017, im Alter von 35 Jahren, wurde er beim Terroranschlag auf der Westminster Bridge von einem Lieferwagen erfasst und ist seitdem von der Hüfte abwärts gelähmt. Er war zu dieser Zeit Mitglied der Metropolitan Police. Aufgrund seiner Verletzung musste er den Polizeidienst verlassen. Er begegnete dieser Veränderung jedoch mit Optimismus und dem festen Willen, seine körperliche Fitness wiederzuerlangen.
Ruhestand und körperliche Fitness
Kris war ein vorbildlicher Polizist. Noch am Tag des Anschlags hatte er bereits eine besondere Auszeichnung für seine Unterstützung zehntausender britischer Bürger:innen erhalten, die während der Brexit-Märsche sicher an ihr Ziel gelangten. Vier Jahre nach seinem Unfall beantragte er jedoch den krankheitsbedingten Ruhestand.
Es war eine intensive und fordernde Zeit. „Ich arbeitete noch für die Metropolitan Police und befand mich mitten im Prozess der krankheitsbedingten Versetzung in den Ruhestand. Außerdem zog ich in ein neues Haus, richtete es mit Umbauten ein und sorgte dafür, dass es für mich barrierefrei zugänglich war“, berichtet er. „Trotzdem hatte das Fitnessstudio Priorität. Fitter werden und Gewicht verlieren stand ganz oben auf der Liste. Ziel war es, körperlich wieder auf Kurs zu kommen, um mein neues Zuhause herzurichten und erst danach vielleicht über eine neue berufliche Perspektive nachzudenken.“
Welche beruflichen Möglichkeiten sich nach dem Abschied aus dem Polizeidienst ergeben würden, war zunächst unklar. Als extrovertierter Mensch mit Freude daran, anderen zu helfen, kam ein klassischer Bürojob nicht infrage. „Den ganzen Tag vor dem Bildschirm zu sitzen. das passt einfach nicht“, sagt er. „Dafür bin ich zu kontaktfreudig, das würde mich schnell langweilen.“
Kris entschied sich, den Ruhestand anzunehmen und seine Zeit der Förderung von inklusivem Golfsport zu widmen.
Mit neuer Fitness zurück zum Lieblingshobby
Vor seiner Rückenmarksverletzung war Kris leidenschaftlicher Golfer. Lange Zeit hielt er es für unmöglich, jemals wieder zu spielen. Doch mit zunehmender Genesung und neu gewonnener Kraft kehrte er auf den Golfplatz zurück. Dabei nutzt er einen ParaGolfer, einen geländetauglichen Rollstuhl, der ihn in eine stehende Position bringt und so den Golfschwung ermöglicht. „In England gibt es einige Menschen, die einen ParaGolfer nutzen“, erzählt er. „Etwa alle sechs bis sieben Wochen treffen wir uns und spielen gemeinsam auf verschiedenen Plätzen im ganzen Land.“
Auch im örtlichen Golfclub erfuhr Kris große Unterstützung. „Die Gemeinschaft ist fantastisch“, sagt er. „Einfach eine Nachricht schreiben und schon finden sich ein paar Leute, die spontan mitspielen.“
Sport, Bewegung und andere Formen körperlicher Aktivität können helfen, mit schwierigen Lebenssituationen umzugehen. Für Kris ist Golf ein echtes Ventil in schwierigen Zeiten. „Es tut meiner Psyche gut und gibt mir ein Gefühl der Freiheit“, sagt er. „Ich kann da rausgehen und jeglichen Stress ausblenden… außer wenn ich den Ball in die Büsche schlage!“, scherzt er.
Nicht nur die Rückkehr zum Golfsport ist ihm gelungen – ein lang gehegter Traum wurde ebenfalls wahr. Im Mai 2023 nahm Kris an den R&A G4D Open teil, dem ersten Turnier dieser Art, bei dem die weltweit besten Golfer:innen mit Behinderungen antraten.
Inspiration durch Engagement für Inklusion im Sport und Familie
Neben seinem Einsatz für inklusiven Golfsport erfüllt Kris vor allem seine Rolle als engagierter Familienmensch. Die Zeit mit seiner Frau und seinen Kindern bedeutet ihm sehr viel. Seine Leidenschaft für Inklusion im Sport und seine tiefe Verbundenheit zur Familie wirken inspirierend auf sein Umfeld. Kris setzt sich weiterhin dafür ein, Positives zu bewirken, beruflich wie privat.
Finanzielle Offenlegung: Kris hat von Hollister Incorporated eine Vergütung für seine Beiträge zu diesem Artikel erhalten.
Die dargestellten Erfahrungsberichte, Aussagen und Meinungen beziehen sich auf die abgebildete Person. Diese Erfahrungsberichte sind repräsentativ für die Erfahrungen dieser Person. Die genauen Ergebnisse und Erfahrungen sind jedoch für jede einzelne Person einzigartig und individuell.